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Die Geschichte der Feuerwehr Staucha

Aus der Heimatstube: Die Geschichte der Feuerwehr Staucha

In unserer Heimatstube gibt es vieles zu entdecken – unter anderem die spannende Geschichte der Feuerwehr in Staucha. Sie zeigt eindrucksvoll, wie sich der Brandschutz in unserem Ort über mehr als 250 Jahre entwickelt hat.

Ein besonderes Zeugnis dieser Geschichte ist das ehemalige Spritzenhaus am Haupteingang des Stauchaer Friedhofs. Es wurde im Jahr 1777 von der Kirchgemeinde als Aufbewahrungsort für die Feuerspritze der Stauchaer Kirchfahrt errichtet. Über dem Eingang erinnert noch heute die Inschrift an seine ursprüngliche Bestimmung:

„Dieses Gebäude ist zur Verwahrung der Feuer-Sprütze von der Stauchaer Kirchfahrt im Jahre 1777 erbaut worden. Herr, denk an uns in Gnaden und wend ab allen Schaden.“

Da das Spritzenhaus von der Kirchgemeinde errichtet und betrieben wurde, gilt das Jahr 1777 jedoch nicht als Gründungsjahr der heutigen Freiwilligen Feuerwehr. Offiziell besteht die Freiwillige Feuerwehr Staucha seit 1942.

Der Bau des Spritzenhauses geht auf die Sächsische Dorf-Feuerordnung vom 18. Februar 1775 zurück. Dieses kurfürstliche Mandat regelte die Brandverhütung und Brandbekämpfung in den Dörfern sehr genau. Jeder Haus- und Gutseigentümer musste einen ledernen Löscheimer bereithalten, und die Einwohner waren verpflichtet, sich abwechselnd – nach den Anfangsbuchstaben ihrer Familiennamen geordnet – an Löscheinsätzen zu beteiligen. Die Handspritze wurde bei Bränden im Umkreis von etwa fünf Kilometern eingesetzt. Alle Bewohner dieses Gebietes mussten bei ihrem Einsatz mithelfen.

Das historische Spritzenhaus diente bis 1953 als Gerätehaus. Anschließend zog die Feuerwehr in eine ausgebaute Garage am heutigen Thomas-Müntzer-Platz (heute Caféstube) um. Dort wurde moderne Technik stationiert: Ein Tragkraftspritzenanhänger mit einer TS 8 der Firma Albert Ziegler ersetzte die bisherige Ausstattung. Das alte Spritzenhaus war für die neue Technik zu klein geworden.

Ein weiterer Meilenstein folgte 1957 mit dem ersten Feuerwehrfahrzeug der Stauchaer Wehr – einem zum Löschfahrzeug umgebauten Mercedes L 1500 S „Adler“, ursprünglich ein Wehrmachtsfahrzeug. Vermutlich führten Veränderungen im Zuge der LPG sowie die Nutzung der Räume durch eine Korbmacherei dazu, dass die Feuerwehr bereits 1964 erneut umziehen musste.

Von 1964 bis 1971 befand sich das Gerätehaus in einer Garage an der Riesaer Straße 3. Anschließend zog die Feuerwehr in die größere Garage an der Riesaer Straße 18, ein ehemaliges Gebäude der Tischlerei Hahnefeld, das der Familie des damaligen Wehrleiters Max Hahnefeld gehörte. Während dieser Zeit wurde die Wehr weiter modernisiert. 1973 erhielt sie ein Löschfahrzeug vom Typ LF-LKW-TS 8-STA Garant 30 K, 1978 zusätzlich einen Tragkraftspritzenanhänger mit TS 8 als Reserve. 1986 wurde schließlich ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF-LKW-TS 8 mit Schlauchtransportanhänger auf Robur LO 1800 in Dienst gestellt und löste seinen Vorgänger ab.

Im Jahr 1999 musste auch dieses Gerätehaus wegen Eigenbedarfs aufgegeben werden. Übergangsweise zog die Feuerwehr in die ehemalige Busgarage neben der Weinstube am Thomas-Müntzer-Platz ein. Das Gebäude gehörte einst zur Rittergutsbrauerei Staucha. Wer sich für diese Geschichte interessiert, kann in der Heimatstube sogar noch originale Bierflaschen mit dem Logo der damaligen Brauerei entdecken. Im August und September 2003 wurde das Gebäude teilweise abgerissen, um Platz für Parkflächen zu schaffen.

Bereits am 19. Mai 2000 konnte die Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug übernehmen – ein LF 8/6 auf Iveco-Fahrgestell mit Magirus-Aufbau und einem 600-Liter-Wassertank. Dieses Fahrzeug verrichtet bis heute zuverlässig seinen Dienst.

Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2002 mit der feierlichen Einweihung des heutigen Gerätehauses in der Bäckergasse. Die ehemalige Produktionshalle der PGH Stahlbau Staucha, in der früher Transportgeräte gefertigt wurden, wurde umfassend umgebaut. Es entstanden moderne Räumlichkeiten mit Fahrzeughalle, Schulungsraum, Küche, Büro und Sanitärbereich – ein Zuhause, das den Anforderungen einer zeitgemäßen Feuerwehr gerecht wird.

Die Geschichte der Feuerwehr Staucha ist eng mit der Entwicklung unseres Dorfes verbunden. Sie erzählt von technischem Fortschritt, vom Engagement vieler Generationen und vom freiwilligen Einsatz für die Gemeinschaft.

Möchten Sie mehr über die Geschichte der Feuerwehren in unserer Gemeinde erfahren? Dann besuchen Sie unsere Heimatstube zu den angegebenen Öffnungszeiten und gehen Sie mit uns auf Entdeckungstour durch historische Dokumente, Fotografien und viele spannende Ausstellungsstücke.                                                                             Antje Lechner, Juli 2026

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